Hand aufs Herz – auch du kennst „Muffensausen“, wie man hier bei uns sagt, oder? Wenn du ein mulmiges Gefühl oder sogar Angst hast vor irgendwas? Ein Gefühl, das ich übrigens nicht besonders leiden kann. Aber du vermutlich auch nicht…

Angst entsteht durch Stress

Wenn Stresshormone in deinem Körper ansteigen, entscheidet dein inneres Bewertungssystem, ob du ausreichend Ressourcen und Möglichkeiten hast, um mit der Situation umzugehen. Wenn diese Prüfung negativ ausfällt, entsteht Angst. Du fühlst dich dann hilflos und ausgeliefert.

Sobald du jedoch etwas tun kannst, haben Angstgefühle Pause. Es gibt Menschen, die einen Flugzeugabsturz überlebt haben. Sie hatten keinerlei Angstgefühle dabei, weil sie sich darauf konzentrieren konnten, einen Hebel umzulegen, der die Tür öffnen würde, sobald sie „unten“ waren.

Was also kannst du tun, wenn du ein unangenehmes aber wichtiges Kundengespräch vor dir hast oder wenn du vor Menschen sprechen sollst, die dir weiche Knie machen?

 

Hier habe ich fünf Angst reduzierende Möglichkeiten für dich:

1. Ablenkung:

Deine Gefühle folgen deinem Denken. Was geht dir im Kopf herum? Vieles von dem, was ein mulmiges Gefühl auslösen kann, ist allein im Kopf, nicht „draußen“ in der „Realität“. Schaffe in dir also eine andere Realität, indem du an etwas anderes denkst oder indem du bewusst auf einen guten Ausgang vertraust.

2. Konfrontation:

Schau mal ganz genau hin, was es wirklich ist, das dir ein mulmiges Gefühl macht. Was wäre denn das Schlimmste, was passieren könnte? Und wie würdest du damit umgehen, wenn notwendig? Oft ist das Schlimmste, das passieren kann, gar nicht soooo schlimm, wenn du dir schon vorher Plan B und sogar Plan C überlegt hast. Hauptsache, du hast immer eine Möglichkeit, zu handeln.

3. Schritte neu planen:

Wenn du ein Ziel vor Augen hast, das dir eigentlich Angst macht, dann schau mal auf deine Schritte dorthin. Sind sie vielleicht zu groß? Schwingt in dir ein Gefühl von überfordert sein mit? Wenn du so etwas entdeckst, dann teile deine einzelnen Schritte nochmal in mehrere kleinere Teilschritte.

Nur wenn deine Schritte klein genug sind, kannst du ohne Furcht vorwärts gehen ohne Angst, auf die Nase zu fallen.

4. Dankbarkeit:

Dankbar zu sein bringt dich auf ein anderes Gefühlslevel. Es öffnet deinen Geist und aktiviert deine Ressourcen. Und zwar die, die nicht aus deinem Ego und der Anhaftung an dich selbst kommen. Wenn du dankbar bist, ist dein Geist auf das Gute gerichtet. Du versuchst dann automatisch dein Bestes zu geben, um etwas zurückzugeben.

Dein Ego wird „kleiner“, denn dein Blick geht nach außen. Du schaust auf die Menschen, die dir gut tun, dich versorgen. Du siehst auch deine Chancen. Deshalb ist es für dich viel weniger notwendig, dich zu „verteidigen“. Wenn dein Ego klein ist, vergibst du dir nichts dabei, einen Fehler einzugestehen. Oder dich zu entschuldigen, wenn du etwas falsch gemacht hast. Es gibt weniger Angriffsfläche für all das, was dir ein mulmiges Gefühl verursachen könnte. Krass gesagt: wo kein Ego da auch keine Angst…

5. Meditation:

Dein Geist braucht Ruhe und Weite, um Angst loslassen zu können. Die Meditation unterstützt dich dabei, nicht an deinen Gedanken und Gefühlen anzuhaften. Sie schenkt dir Sicherheit. Mit einem offenen Geist findest du ganz andere Lösungen, als wenn du engstirnig an etwas festhältst.

In der tiefen Ruhe einer guten Meditation lässt du all deine Gedanken weiterziehen so wie sie aufgetaucht sind. Du achtest nur auf deinen Atem.

Wenn etwas auftaucht, das dein Denken verengt und dir ein mulmiges Gefühl verursacht, sag dir selbst „darum kümmere ich mich, wenn die Zeit dafür reif ist, nicht jetzt“.

Nun spüre, was in dir passiert. Wie fühlst du dich?

Bitte schreibe mir eine Mail oder hinterlasse einen Kommentar hier im Blog. Ich freu mich drauf.

Hanne Demel

 

2 comments

Silvia Richter-Kaupp

Liebe Hanne, ich habe beim Lesen sehr genickt – besonders bei dem Abschnitt über Dankbarkeit. Was du schreibst entspricht auch meinen Erfahrungen. Deine Newsletter bestärken und inspirieren mich sehr und tun einfach gut! Danke!!!

Liebe Silvia, danke, das freut mich sehr, dass du meine in diesem Artikel beschriebenen Erfahrungen – besonders die über die Dankbarkeit – bestätigst. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich selbst zu lenken und sich wohl zu fühlen, das ist wunderbar. Und viel mehr Menschen sollten die Möglichkeit haben, das auszuprobieren!

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